Donnerstag, 22. August 2013

Selbstgemachte Pasta

Ein Punkt auf meiner 29 bevor 30-Liste lautet: mindestens 3x Nudeln selbst herstellen. Zum Geburtstag hatte ich nämlich von meinem Freund eine Nudelmaschine und von seinen Eltern passend dazu ein Buch mit Nudel- und Soßen-Rezepten und einen Pastatrockner geschenkt bekommen. Ende Juni war es soweit, ich habe die Nudelmaschine das erste Mal herausgeholt.

Direkt zwei Sachen vorweg:
1) Das ist ein heiden Aufwand!
2) Die Nudeln sind so lecker!

Als allererstes habe ich den Teig hergestellt.

Zutaten:
300g Hartweizenmehl oder Spätzlemehl (gibts im normalen, gut sortierten Supermarkt)
3 Eier
1 EL Olivenöl
1 TL Salz

In das Mehl eine Mulde formen, hier nacheinander die Eier reingeben und diese jeweils kurz verquirlen. Dann nach und nach mit dem Mehl verkneten und die restlichen Zutaten hinzugeben. Diesen Teig solange kneten, bis er schön glatt ist und leicht glänzt. In ein Küchenhandtuch einschlagen und bei Zimmertemperatur 30min ruhen lassen.

In der Zwischenzeit habe ich mich mit meiner Nudelmaschine vertraut gemacht. Die Anleitung kommt zwar in verschiedenen Sprachen daher, aber in Italienisch ist sie um einiges ausführlicher als in Deutsch, Englisch etc. Aber nach etwas hin und her blättern und rätselraten war soweit alles klar. Zunächst muss die Maschine gereinigt werden, indem man durch die verschiedenen Walzen/Werkzeuge Nudelteig durchjagt, der dann aber nicht mehr gegessen werden darf. Also habe ich aus Mehl, Wasser und einem Schuss Olivenöl nochmal schnell Teig zusammengerührt und den dann solange durch die Maschine gekurbelt, bis ich dachte "das reicht jetzt" (und keine neuen Metallspäne mehr hinzu kamen...). Dann war auch die halbe Stunde Ruhepause für den richtigen Teig um.

Dieser Teig wird nun geviertel. Das erste Viertel darf zunächst 5 - 6 Runden durch die Nudelmaschine drehen, wobei die Walzen auf die höchste Stufe (=am weitesten auseinander) gestellt sind. Zwischen jedem Walzvorgang den Teig zusammenklappen, ich habe das mal längs, mal quer gemacht. Und zwischendurch immer wieder mit Mehl bestäuben (dafür habe ich ganz normales Mehl genommen), damit der Teig nicht irgendwo kleben bleibt. Nach ca. 6 Walzvorgängen auf höchster Stufe kann man damit beginnen, die Walzen eine Stufe niedriger zu setzen. Den Teig 1 - 2 mal dadurch schicken - dieses Mal ohne falten. Die Walzen solange niedriger setzen und den Teig durchwalzen, bis die gewünschte Dicke erreicht ist (bei Bedarf - falls die Nudelplatte zu lang wird - diese einmal durchschneiden).

Jetzt muss die lange Nudelplatte erstmal wieder ruhen, indem man sie auf ein bemehltes Küchenhandtuch legt und dort 30min liegen lässt. In der Zwischenzeit kümmert man sich nach dem gleichen Prinzip um die anderen Viertel des Nudelteigs.
Ich habe mit dieser Technik acht lange Nudelplatten erhalten.

Danach können die Nudeln in die gewünschte Form gebracht werden. Dazu habe ich den Bandnudel-Aufsatz meiner Nudelmaschine verwendet und die langen Nudelplatten nacheinander dadurch gekurbelt. Dadurch, dass die Nudelplatten durch die Ruhezeit etwas angetrocknet waren (das sollte ja auch so sein), war es etwas schwierig, den Anfang zwischen die "Werkzeuge" einzufädeln. Danach klappte es allerdings problemlos, schön lange Bandnudeln waren das Ergebnis :-)
 
Auch diese müssen jetzt noch ein bisschen ruhen (ca. 15min), bevor sie gekocht werden dürfen. Entweder man legt sie wieder auf bemehlten Handtüchern aus, oder man hat so ein fancy Aufhängeding wie ich.

In der Zwischenzeit habe ich mich dann um die Soße gekümmert. Da wollte ich ja nicht mit meiner zwar leckeren, aber effe-einfachen Standard-Tomatensoße um die Ecke kommen. Also habe ich die Soße  nach dem Rezept "Pasta con Pomodori e Rucola" von Dreierlei Liebelei gemacht. Ein bisschen Tomatenmark kam noch mit rein, aber ansonsten habe ich sie ziemlich genau wie Nadine gekocht.
Kurz bevor die Soße fertig war, habe ich das Nudelwasser aufgesetzt und die Nudeln für 2-3 Minuten ins Wasser geschickt. Sie schwammen ziemlich schnell oben, was dann auch das Zeichen dafür war, dass sie gar sind.
Die Nudeln gut abtropfen lassen und auf Teller verteilen. Soße über die Nudeln geben, Rucola hinzu, mit Olivenöl und Balsamico beträufeln und Parmesan drüberhobeln.
Guten Apettit!


Ich stand summa summarum vier Stunden lang in der Küche und bei der Soße hat sogar mein Freund noch etwas mitgeholfen. Aber es hat sich gelohnt. Die Nudeln waren richtig, richtig lecker. Schön fluffig, irgendwie elastisch, aber ohne gummiartig zu sein. Und die Soße war auch einfach top!
Fazit: Ich habe erwartet, dass es viel Aufwand ist. Dass es aber SO lange dauert, damit hatte ich nicht gerechnet. Allerdings habe ich es mir auch schwieriger vorgestellt. Ich sah mich schon fluchend mit gerissenen Nudelplatten und nur kurzen Stummelnüdelchen in der Küche stehen. Aber davon bin ich ja glücklicherweise verschont geblieben.

Das schöne ist, dass ich grob die Hälfte der Nudeln von dieser ersten Nudel-mach-Aktion noch habe - denn man kann die Nudeln problemlos komplett trocknen (ca. 1 Tag) und dann bis zu 3 Monate in einem geschlossenen Gefäß aufheben.

Danach möchte ich auf jeden Fall noch andere Nudelrezepte ausprobieren. In meinem Buch sind noch einige drin, die echt gut klingen.
Ich freue mich aber auch, wenn ihr mir eure liebsten Nudelteig- oder Pastasoßen-Rezepte verratet!

Habt ihr schonmal Nudeln selbst gemacht?

Kommentare:

  1. Das klingt sehr lecker, und sieht auch so aus - aber ehrlich gesagt, der Aufwand würde mich absolut abschrecken! Immerhin reicht's für 2x!

    Liebe Grüße
    Nele

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  2. Oh, das sieht aber wirklich sehr sehr lecker aus. Da läuft mir dich direkt das Wasser im Mund zusammen...Nur ich hätte glaube ich nicht die Geduld 4 Stunden auf meine Essen zu warten :-)

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  3. puh, das hört sich echt total aufwendig an.. aber die nudelmaschine ist voll schön :-)

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  4. wahnsinn, 4 stunden!! aber du hast es durchgezogen, glückwunsch :)
    liebe grüße, holunder

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  5. Hui, das nenne ich Ausdauer! Wie schön, dass es sich gelohnt hat, ich hab da mal selbstgemachte Nudeln zu essen bekommen bei denen sich das absolut nicht gelohnt hatte... Zu hart, zu wenig Geschmack. Gut zu wissen dass es auch anders geht. :)

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  6. Wow!
    Bei uns in der Familie macht mein Opa regelmäßig selber Nudeln (war wohl schon als Steppke seine Aufgabe in der Hirarchie) und deshalb weiß ich, dass das viel Arbeit ist UND das das fantasisch schmeckt! Ich weiß aber auch, dass Du sicher noch routinierter wirst & das dann zügiger geht! Aufbewahrt werden die getrockneten Nudeln bei uns übrigens luftig in großen, mit Küchetüchern ausgeschlagenen Schachteln. Meine Mutter benutzt Ihre Nudelmaschine aber zB nur für Maultaschen und Lasagneplatten und ich kann Dir sagen: probier das auch aus! Dabei hat man das optimale Verhältnis zwischen mehr arbeit und tollerem Geschmackserlebnis!!!
    Ich selber hab leider kein Maschinchen (die etwas besseren sind nicht ganz billig) & im Moment auch kaum Geduld für sowas, aber wenn ich groß bin...
    Grüße
    Nike
    (hab Dir gemailt)

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  7. Wow, wollte ich auch grad sagen! 4 Stunden Geduld könnte ich zwar nie und nimmer aufbringen, aber das klingt sehr lecker!

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  8. ich probiere das aus und hoffe, der teig ist auch für die pasta presse ok :-) danke für den tipp!! ich lass dich wissen wie's gelaufen ist!

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  9. schätzelein! es hat geklappt!!! :-) zwar hab ich die pasta presse noch immer nicht probiert, aber mit spätzlemehl war der teig schon mal der kracher! es gab ravioli, mit der hand ausgerollt, super!! das war ein klasse tip mit dem mehl. danke!! :-)

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