Mittwoch, 27. August 2014

Fortbewegung mal anders: Segway fahren [Erfahrungsbericht]

Ich hatte es ja bereits in der August-Vorschau erwähnt: Ich nehme an einer Segway-Tour teil. Meine Mutter hatte meinem Vater zum Geburtstag diese Tour geschenkt und uns gefragt, ob wir auch mitfahren wollen, mit mehreren ist das ja doch lustiger. Meine Schwester und ihr Mann hatten leider keine Zeit, aber mein Freund und ich waren dabei. Und so buchten wir für vier Personen die Tour Düsseldorf-Kaiserswerth beim Anbieter Segwaypoint-Ruhr. Heute gibt es für euch meinen Erfahrungsbericht :-)

Mitte August ging es los. Das Wetter war zwar gar nicht Sommer-August-mäßig, aber immerhin war es trocken. Der Treffpunkt war an einem Sonntag für 11 Uhr am Rheinhotel Vier Jahreszeiten auf der Meerbuscher Seite des Rheins festgelegt und als mein Freund und ich dort eintrafen, düsten meine Eltern schon fröhlich winkend auf Segways über den Parkplatz. Wir begaben uns dann auch zu unserem Tourguide Philipp - bezahlen, Helm aussuchen, Haftungsausschluss unterschreiben, kurze Einweisung und dann ab aufs Segway ein paar erste Testrunden drehen.

Goldengelchen Segway Tour01
Goldengelchen Segway Tour02
Eigentlich ist es ganz einfach. Man steht mit beiden Füßen fest auf den „Trittflächen“, bei Gewichtsverlagerung nach vorne beschleunigt man, zum bremsen muss man das Gewicht nach hinten verlagern (Popo rausstrecken bringt allerdings nix :-) und gelenkt wird, indem der Lenker nach links bzw. rechts verschoben wird. Geradeaus fahren könnte man sogar freihändig, der Lenker ist hauptsächlich zum Festhalten gedacht. Die Segways sind auf 20km/h gedrosselt (sie sind in Deutschland nur so für den Straßenverkehr zugelassen) und wenn man die 20 km/h erreicht, merkt man auch, wie das Segway abriegelt und immer ein bisschen nach hinten (zu einem hin) schwingt. Sehr merkwürdig das. Genauso wie ich bergauf oder bergab nicht ganz so einfach fand. Da hat man das Gefühl, die Stange schiebt sich immer mehr zwischen die Beine und schubst einen gleich nach hinten vom Segway runter. Denkt man aber zum Glück nur, passiert aber nicht.
Ansonsten ist das ganze ziemlich easy und eine lustige Sache. Meine Mutter hatte die Tour vor allem unter dem Gesichtspunkt ausgesucht, dass sie schön am Rhein entlang führt und nicht mitten durch die City geht - eine weise Entscheidung. Gerade wenn man das erste Mal auf einem Segway unterwegs ist, ist es schön, auf den relativ leeren Fahrrad-Wegen einfach gerade aus düsen zu können, anstelle dauernd im Straßenverkehr auf Autos, Fahrradfahrer und Fußgänger sowie Ampeln achten zu müssen. Und so hatte man die Möglichkeit, die schöne Gegend zu genießen, auch mal nebeneinander zu fahren oder während der Fahrt ein paar Fotos zu machen. UND: Die belustigten/erstaunten Gesichter der Passanten zu begutachten. Manche schienen Segways schon zu kennen und schauten nicht wirklich beeindruckt, manche verfolgten uns interessiert oder amüsiert mit ihren Blicken und gar andere hatten scheinbar Angst: Oma zum Enkel: „Schau mal, da kommen Monster!“.

Goldengelchen Segway Tour04
Für mich Höhenangst-Schisser gab es leider ein kleines Hindernis: Die erste Überquerung des Rheins erfolgte über die Flughafenbrücke (A44), deren Zugänge Spiralförmig hochgehen, quasi schmale Brücken im Wendeltreppenstyle. Bergauf fahren fand ich ja eh nicht prickelnd, dazu war es ordentlich windig und dann die Höhe! Gar nix für mich. Und ging auch nicht. Aber unser netter Tourguide, der ein Stück voraus gefahren war, um an dieser Stelle eigentlich ein paar Bilder von uns zu machen, kam wieder runter zu mir und zog ohne zu Murren oder irgendeinen doofen Spruch mein Segway hoch, während ich lieber zu Fuß ging. Auch auf der Brücke war das Fahren nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung, aber ich durfte als erste hinter dem Tourguide fahren, der sich immer wieder zu mir umdrehte um sich zu versichern, dass ich nicht zwischenzeitlich vor Höhenangst vom Segway gefallen war. Der "Abstieg" auf der anderen Rheinseite war dann zum Glück anders gestaltet und dann hatte ich am Segway fahren auch wieder Spaß :-)

Goldengelchen Segway Tour03
Goldengelchen Segway Tour05
Goldengelchen Segway Tour06
Die Tour verlief weiter über die Felder hin nach Düsseldorf-Kalkum, dem mittlerweile teuersten Stadtteil mit Grundstückspreisen von 6000 €/m² (und dementsprechend netten Häuschen). Vorbei am Schloss Kalkum, weiter zur Gaststätte Brand’s Jupp mit einer kleinen Pause inkl. Stärkung (heiße Schoki!), durch den historischen Stadtkern von Kaiserswerth bis zur Rheinfähre Michaela II, die uns zurück an den Ausgangspunkt brachte.

Goldengelchen Segway Tour07
Goldengelchen Segway Tour08
Wir waren zu viert + Tourguide, das war echt super. So war das eine schön überschaubare Gruppengröße und man konnte die Reihenfolge, in der wir fuhren, immer mal wieder durchtauschen. Es hätte zwar sonniger sein können (ich bekam ganz schön kalte Finger zwischendurch), aber naja, aussuchen kann man es sich leider nicht, das Wetter. Immerhin hat es nicht geregnet :-)
Die Tour hat auf alle Fälle viel Spaß gemacht und ich kann euch nur empfehlen, sowas auch mal zu machen. Das wäre doch mal eine schöne Geschenkidee für zum Beispiel die Eltern zu Weihnachten.

Kommentare:

  1. Klingt ja wirklich nett! Und schöne Bilder hast du auch noch mitgebracht. :-) Klingt auf jedem Fall nach einem Erlebnis, vielleicht überlege ich wirklich mal, wem ich das schenken könnte! ;-)

    Liebe Grüße
    Nele

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  2. Großartig! :)
    Schade dass das immer so teuer ist, sonst hätte ich es mal wiederholt.

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  3. Cool! Solche Segway Touren haben wir in unserem Urlaub in den USA auch immer wieder angetroffen.:)

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  4. Klingt wirklich spannend! Ich hätte nur Angst, dass ich Tollpatsch mit dem Ding irgendwo im Graben lande ;)

    Liebe Grüße, Jessica

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    1. nee, so schnell klappt das nicht! Geradeaus fahren ist total easy, zum Kurven fahren muss man schon "bewusst" lenken! Das macht aber auch Spaß, fühlt sich an wie Slalom fahren beim Skifahren :-D

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  5. Ich habe das nur einmal kurz auf einer Messe ausprobiert und fand es auch ganz toll :) Die lange Fahrt durch - vorzugsweise - ein unbekannte Stadt steht noch aus. Aber dein Bericht motiviert mich auf jeden Fall das bald mal endlich zu machen :)

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