Mittwoch, 24. Juni 2015

Kultur im Urlaub - Störtebeker Festspiele "Der Beginn einer Legende"

Kennt ihr Klaus Störtebeker? Den Robin Hood der Nord- und Ostsee im 14. Jahrhundert? Nein? Ich gebe zu, bevor ich das erste Mal nach Rügen gefahren bin, kannte ich ihn auch nicht.
Auf Rügen finden jedes Jahr im Sommer die Störtebeker-Festspiele statt.
Auf der Naturbühne in Ralswiek kann man dann von Ende Juni bis Anfang September jeden Abend (außer sonntags) Deutschlands erfolgreichstes Open-Air-Theater erleben.
Die Geschichte um Klaus Störtebeker wird über einen Zeitraum von vier bis sechs Jahre erzählt. Im Sommer 2012 waren wir bereits bei den Festspielen, dort kam die Saga im Stück "Störtebekers Tod" zum Ende. 2013 begann die Geschichte also wieder von vorne: "Der Beginn einer Legende".
Die Karten (Reihe 2!!) hatte mir mein Freund damals zum Geburtstag geschenkt und so machten wir uns an einem Abend unseres Urlaubs mit dicken Jacken, Kissen, Decken und ein bisschen "Proviant" auf zur Naturbühne (es werden Getränke und Speisen vor Ort verkauft, die Taschen werden allerdings nicht kontrolliert; ich denke, das Mitbringen eigener Sachen ist zwar nicht gerne gesehen, wird aber geduldet).

Die Freilichtbühne befindet sich direkt am Ufer des Großen Jasmunder Boddens.

Für die neue Spielzeit hat man ein paar neue Schauspieler dazu gewinnen können, zum Beispiel ist die Rolle des Störtebeker seit 2013 mit Bastian Semm neu besetzt. 

Die meisten der Statisten kommen aus Ralswiek und der näheren Umgebung.

Mit den Störtebeker-Festspielen verknüpft ist auch die Adlershow "Könige der Lüfte". An Spieltagen kann man vormittags oder abends kurz vor dem Theater eine Flugvorführung mit Adlern, Bussarden und Falken erleben. Einer dieser Vögel ist auch immer Bestandteil des Theaterstücks.

Die Bühne wird für jede neue Spielzeit neu gebaut. Hier brennt gerade das Gut der Alkuns, Störtebekers Familie, ab. Die Häuserfassaden fahren nach dem Feuer nach hinten weg, so dass nur die Ruinen stehen bleiben.

Auch der andere Teil der Bühne ist zum Teil beweglich. Die Wirtschaft (vorne rechts) kann ein- und ausgefahren werden.

Klaus Störtebeker heißt übrigens eigentlich Klaus von Alkun. Störtebeker ist Niederdeutsch für "Stürz den Becher", diese Szene - ein Wetttrinken mit Goedeke Michels - ist hier gerade zu sehen.

Zum Ensemble gehören auch zwanzig Pferde, die immer wieder im Galopp von links oder rechts herein geschossen kommen.

Ganz zum Schluss gibt es ein Feuerwerk zu sehen, welches von den Schiffen auf dem Wasser aus gezündet wird. Sooo spektakulär, so wie es überall angepriesen wird, ist es jetzt nicht. Aber es bildet einen schönen Abschluss eines besonderen Events im Urlaub. Es macht die ganze Sache irgendwie besonders (und da unser Campingplatz ein paar Buchten weiter am gleichen Bodden liegt, haben wir jeden Abend - leicht verdeckt durch die Bäume - Blick auf das Feuerwerk :-)).


Ich muss ehrlich gestehen: 2012 hat mich "Störtebekers Tod" nicht so sehr begeistert. Wie eingangs erwähnt hatte ich vorher noch nie was von der Legende um Störtebeker gehört, so dass ich die ganze Vorgeschichte nicht kannte. 
2013 begann die Geschichte wieder von vorne, man benötigte also kein Vorwissen. Und in dem Jahr war das Stück generell besser. Einige Rollen waren echt toll besetzt. Besonders den Schauspielern von Goedeke Michels und der Wirtin Fronica sah man die Spielfreude richtig an, und in manchen Szenen gab es Sprüche zu hören, die kaum noch als jugendfrei bezeichnet werden können ;-) Ein besonderes Highlight war auch der Händler mit übertriebenem sächsischem Akzent, der mehr schlecht als recht versuchte, seine St. Nikolaus-Figürchen an den Mann zu bringen. Es waren einige richtig lustige Szenen dabei.

Eigentlich hatten wir fest vorgehabt, auch 2014 wieder zu den Festspielen zu gehen. Aber da wir erst im Oktober nach Rügen gefahren sind, waren wir für die Festspiele leider zu spät dran :-( Dafür freue ich mich umso mehr, dass wir für unseren diesjährigen Rügen-Urlaub wieder Tickets gesichert haben.


Kennt ihr die Störtebeker-Legende? Und ward ihr schon mal in einem Open-Air-Theater?

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Auch wenn dieser Post wie eine Werbeveranstaltung für die Störtebeker Festspiele aussehen mag - dies ist er nicht. Ich hatte einfach mal Lust, ein bisschen "Kultur" in mein kleines Internet-Zuhause einziehen zu lassen :-)

Kommentare:

  1. Ich war schon diverse Male an einer Freilichtbühe - zuhause im Nachbarort werden da immer Kinderstücke gespielt, die sind toll. Außerdem habe ich schon den Schuh des Manitu in Tecklenburg gesehen, Heiße Ecke irgendwo anders :D und irgendein Musical, an dessen Namen ich mich nicht erinnere ... ich mag das immer sehr, so draußen. Hat was ganz besonderes!

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    1. Du bist ja voll der Freilichtbühnen-Pro. Ich glaub ich hab vorher immer nur die Gästeshows in Spanien in Hotels Open Air gesehen :-D

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  2. Das sieht ja toll aus! Klar kenne ich Störtebeker, zumindest vom Namen nach. Und seit dem Urlaub auch sein Bier! :-D War das nicht der mit dem Kopf? (Ich will ja hier nicht spoilern...)

    Liebe Grüße
    Nele

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    1. Ja genau, das Bier. Das hatte ja auch schonmal einen Auftritt hier aufm Blog :-D
      Rügen im Juni 2013
      Und ja, das war der mit dem Kopf - musste ich aber erst wieder googeln, obwohl ich ja schon die letzte Episode der Festspiele gesehen habe...

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  3. Deine Fotos deuten auf eine spannende Veranstaltung, sie sind sehr schön geworden und strahlen für mich eine wunderbare Lagerfeuerromantik aus. :) Hab ein schönes Wochenende. Caro

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    1. Ja, irgendwie ist das schon eine tolle Veranstaltung. Ich freu mich schon auf dieses Jahr :) Ich hoffe du hattest auch ein schönes WE!

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  4. Schöne Fotos! Ich bin mit meinen Eltern vor Jahren (also vor 15 Jahren oder so *g*) auch bei den Störtebecker Festspielen gewesen und fand es richtig klasse. Vielleicht sollte ich da mal wieder hin, dein Bericht macht auf jeden Fall Lust drauf!

    Liebe Grüße, Jessica

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    1. Schön, dass mein Bericht deine Erinnerungen wecken konnte. Das ist ja echt schon lang her, dass du da warst :)

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