Sonntag, 26. Juni 2016

Damals in der Schule...

Das 11 Fragen-Spielchen geht mal wieder rum. Nike will was über meine Schulzeit wissen. Puuh, ein "paar" Jährchen ist die ja mittlerweile auch schon her, aber ich versuche mich mal zu erinnern.

1. Non scholae sed vitae oder andersherum discimus?
Non scholae sed vitae discimus - ich weiß nicht, wie oft ich diesen Spruch von meinem Vater zu hören bekommen habe. Prinzipiell würde ich den schon unterschreiben, aber bei manchen Fächern liegen die Schwerpunkte meiner Meinung nach falsch. Beispiel Mathe: Prozentrechnung haben wir nur mal kurz gemacht, Vektorrechnung oder Matrizen dafür gefühlt bis zum Erbrechen durch exerziert. Und drei verschiedene Versionen von Antigone im Deutschunterricht (Grundkurs wohlgemerkt) durchzunehmen oder über vierzeilige Gedichte eine Doppelstunde zu sinnieren, naja, kann man machen, muss aber nicht. Ein bisschen mehr Rechtschreibung und Grammatik hätte so manchem sicherlich nicht geschadet.

2. Wenn Du versuchst Dich zu erinnern, war Deine Schulzeit zumutbar oder eher eine Zumutung?
Zumutbar. Ich musste glücklicherweise nie so viel tun, um gute Noten zu erzielen. Hausaufgaben machen und dann vor der Arbeit nen Nachmittag hinsetzen, dann hatte ich meistens meine 2 sicher. Als ich dann in der Oberstufe mit den Hausaufgaben geschludert habe, ging es auch mit den Noten bergab. Teilweise war es aber auch eine Zumutung. Für meine 3 in Sport habe ich mich das ganze Schuljahr abgerackert und habe die Mädels verflucht, die das ganze Jahr ihre Tage hatten, um dann bei ihrer Lieblingssportart ihre 2 abzuholen, Bundesjugendspiele waren mir ein Graus. Und dass die Hälfte der Klasse vorher schon gemeinsam zu einer Grundschule gegangen war und ich aus einem anderen Dorf kam, war auch nicht gerade förderlich. Es waren zwar nur 5 km, die für viele aber eine Weltreise darstellte. Was hätte ich ohne Mamas Taxi gemacht?

3. Wer war Dein*e Lieblingslehrer*in und wieso?
Puuh, schwere Frage. Ist ja mittlerweile doch schon n paar Jährchen her. Ich würde nicht sagen, dass ich den oder die eine/n Lieblingslehrer/in gehabt hätte. Aber einige Lehrer, die ich meistens nett und den Unterricht gut fand. Oder Lehrer und ihren Unterricht, an die man jetzt noch lustige Erinnerungen hat.
Mit meinen Mathelehrern Herrn S. (Klasse 5-7), Herrn R. (11.) und Herrn U. (12.+13.) hatte ich eigentlich immer Glück. Ich mochte sie, sie mich, und der Unterricht gefiel mir auch. Die Lateinlehrer waren eigentlich auch gut, Frau Ge. war immer super sympathisch und hat schön einfache Arbeiten gestellt :-) Oder die Niederländisch-LK-Lehrerin Frau Gö.. Die für unseren kleinen Kurs (wir waren nur 16 Leute) fast schon sowas wie Muttergefühle hegte, wir waren immer ihre "weerbuffels" :-D Wir haben zig Lektüren durchgenommen, die wir alle kopiert bekamen. Ich will nicht wissen, wie viele Blätte sie am Anfang jeder Stunde verteilte. Und immer ungelocht! "Hach Frau Gö., die Blätter sind wieder so schön gelocht heute!"

4. Und was war Dein Lieblingsfach?
Ha, auch da hatte ich nicht nur eins. Ich mochte meistens gern Mathe. Sprachen mochte ich auch, Naturwissenschaften je nach Thema (Bio über Menschen yay, über Tiere gähn). 
Geschichte mochte ich nicht gerne, was aber vermutlich auch viel am Lehrer bzw. an seinem Unterricht gelegen haben mag. Generell mochte ich gut strukturierten Unterricht viel lieber, als wenn es so Laber-Rhabarber war oder es eine Gruppenarbeit nach der nächsten gab. Ich war bzw. bin so der Typ logisch und rational, richtig oder falsch, konkrete Arbeitsaufgaben. Ich habe bei Sprachen lieber Grammatik gemacht. Die schlimmsten Hausaufgaben waren, wenn man sich für einen Anfang einer Geschichte selbst ein Ende überlegen musste. Oder in Kunst den eigenen Kunstbegriff zeichnen, malen und gestalten! Hilfe!

5. Sind wir uns einig darin, dass Hausaufgaben einfach mal DAS ALLERSCHLIMMSTE waren? Hast Du Deine trotzdem gemacht? Hätte ich meine machen sollen?
Ich war in der Schule eher uncool. Ich habe meine Hausaufgaben eigentlich immer gemacht, bis auf nachher die letzten 1-2 Jahre, da habe ich arg geschludert. Das hat sich dann auch direkt in den Noten gezeigt (mein Abi war mein schlechtestes Zeugnis in 13 Jahren Schule). Von daher: Hausaufgaben machen hat mir gut geholfen, man konnte im Unterricht mitmachen (improvisieren und einfach irgendwas antworten, wenn ich keine Ahnung hatte, war nicht so meine Stärke). Der Aufwand hielt sich in Grenzen und ich musste dann nicht wochenlang wie manche Mitschüler vor Arbeiten lernen. Das soll nicht heißen, dass ich die Hausaufgaben gerne gemacht habe. Aber ich habe sie halt (bis auf die letzten Jahre) gemacht.

6. Was war das „schlimmste“ was Du in der Schule je angestellt hast?
Immer (also die 2 mal im Jahr) wenn es einen ökumenischen Gottesdienst gab lautete die Ansage: Entweder zum Gottesdienst oder in den Unterricht. Einmal habe ich es gewagt und bin zu keinem von beidem gegangen und habe lieber auf dem Mäuerchen vor dem Kiosk mit ein paar Mitschülern gesessen...

mein 10jähriges ich bei einer Ballett-Aufführung
7. Hast Du so außerschulisches Zeug gemacht? Sport? Chor? Ein Instrument? Ab wann? Wie war das so?
Kindertanz/Ballett/Jazz-Dance habe ich gemacht seitdem ich 5 Jahre alt war. Bis vor kurzem war ich sogar immer noch in dem gleichen Studio angemeldet. Das war also eine Konstante, die sich jahr(zehnt)elang durch mein Leben gezogen hat. Und sogar jetzt tanze ich immer noch, nur halt in einem anderen Studio. 
In der Grundschule haben wir alle Blockflöte gespielt. Gleichzeitig hatte ich damals das erste Mal Klavierunterricht, die Art, wie der Lehrer unterrichtet hat, war aber nix für mich. Bis ca. 15/16 Jahre hatte ich aber dann später wieder Klavierunterricht bei zwei anderen Lehrern, die das viel besser & cooler vermittelt haben. Irgendwann hatte ich aber einfach nicht mehr so viel Lust auf üben, und wer ein Musikinstrument spielt weiß: Ohne üben geht's nicht. 
Tennis habe ich auch lange gespielt, allerdings nie im Verein, sondern immer nur eine Trainerstunde pro Woche. Als dann kurz vor meinem Abi mein damaliger Trainer eine eigene Tennisschule in einer anderen Stadt aufgemacht hat, habe ich mit Tennis aufgehört. Da ich damals noch nicht wusste, ob ich in meiner Heimatstadt bleibe oder nicht, dachte ich, dass es sich nicht mehr lohnt, für so kurze Zeit noch mal bei jemand anders anzufangen. Ich war eh nie so sportbegabt und habe meist mit jüngeren gespielt, das war auch nicht immer so motivierend. Aber die Trainerstunden bei Andre haben immer viel Spaß gemacht und man konnte sich immer richtig schön auspowern.

früh übt sich...
8. Bin ich zu nostalgisch oder ist der Wegfall der Schreibschrift als Nonplusultra wirklich der Anfang vom Ende?
Puuh, ich muss sagen, dass ich im aktuellen Schulgeschehen nicht so up to date bin. Momentan ändert da sich so viel, habe ich das Gefühl. Und bis das für mich relevant wird, vergehen eh noch x + sechs Jahre. Die Kids lernen jetzt die vereinfachte Ausgangsschrift, oder? Wenn ich das richtige Bild vor Augen hab, dann find ich die hässlich.

9. Fünf praktische Fähigkeiten die wir dem Muckel und dem Lütten noch vermitteln sollten bevor sie erwachsen werden? (Außer Schreibschrift…)
Du stellst Fragen...
Wenn sie nur das kleinste musikalische Interesse hegen: Ein Musikinstrument erlernen! Als Kind ist das so viel einfacher, als Erwachsener hat man meist eh nie die Zeit dafür (bzw. nimmt man sie sich nicht). Mit 10 Fingern tippen können. Mehr fällt mir gerade ehrlich gesagt nicht ein.

10. Was lernst Du grade?
Angesport durch all die Nähnerds, die sich zu ihrer schönen selbstgenähten Kleidung immer die perfekt passenden Jacken dazu stricken, will ich das jetzt auch mal lernen. Ein paar Maschen habe ich als Kind schon mal gestrickt, aber im Grunde fange ich bei Null an (nur dass ich halt noch ein paar Stricknadeln in irgendeiner Kiste hier hatte und einfach mal ausprobieren konnte).
Mal schauen, wie lange die Motivation anhält... Ansonsten ist Nähen der Bereich, bei dem ich immer wieder was dazu lerne.

11. Und was kannst Du Abgefahrenes, was ich auch können sollte (hab Erbarmen und sag jetzt nicht „Kommaregeln“)?
Deppenapostrophe, doppelte Leerzeichen und ähnliches in Flyern, Speisekarten und anderen Drucksachen aufspüren. Ohne dass ich überhaupt danach suche. Ich hätte Korrekturleserin werden sollen.

Und wie war eure Schulzeit so?

Kommentare:

  1. Das war aber mal nett zu lesen, danke dafür :) Deppenapostrophe, hihi :D

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  2. Über die Deppenapostrophe musste ich gerade auch sehr lachen! :-) Ich mochte in der Schule genau die Fächer und Sachen, die du nicht gerne mochtest :-) Hat Speß gemacht das Lesen! Liebe Grüße, Christiane

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  3. :-) toller Text!
    Vieles deckt sich mit meiner Schulerfahrung ;-)
    GLG Dominique

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  4. Spannend! Und wie cool, dass Du seit damals immer getanzt hast, war mir irgendwie gar nicht bewusst, dass Du Dir das aus Deiner Kindheit erhalten hast!
    Wirklich viel von dem was Du da geschrieben hast erhoffe ich mir für die Jungs ja auch, vor allem auch das mit dem Instrument und dem Sport. Wir werden sehen!
    Grüße,
    Nike
    Ps: Was für ein Schatz von einem Bild von Dir am Klavier!
    Pps:So eine vereinfachte Schrift, gräuslich und oft auch die nicht mal richtig, ich komme nicht drüber weg.

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