Mittwoch, 3. August 2016

Plastik im Alltag

Nicht nur, aber auch angeregt durch ms101things-#plasticfreejuly-Posts bei Instagram mache ich mir in letzter Zeit vermehrt Gedanken über unsere "Müllproduktion".

Jutebeutel
Jutebeutel mit Rucksack-Funktion, aus dem #GoldengelchensAKT2015 / selbstbedruckter Beutel / aus dem Bloggen mit Herz-Goodiebag

Bisher habe ich meine Getränke immer in Einweg-PET-Flaschen gekauft, da in der alten Wohnung nie so richtig Platz für einen Getränkekasten in der Küche war. In der neuen Küche gibt es noch weniger freie Fläche auf dem Boden, wir wissen nicht einmal so richtig, wohin wir die Mülleimer stellen sollen. Auch wenn die Einweg-PET-Flaschen nicht bei uns in den Müll sondern in den Pfand-Sammel-Beutel wandern, hat mich schon länger unser großes Plastikmüll-Aufkommen genervt. Seitdem wir die Plastiksäcke nicht mehr im Gemeinschaftskeller sondern im eigenen Kellerraum bis zum nächsten Müllabfuhrtermin lagern, fällt einem noch viel mehr auf, wieviel das eigentlich ist.

Einweg-PET-Flaschen
nicht mehr lange...

Daher kaufe ich Naturjoghurt schon seit längerem in Mehrweg-Glas-Behältern. Und bei dem Multivitaminsaft, den wir am Wochenende zum Frühstück trinken (und wovon ich somit nur einzelne Flaschen kaufe), bin ich von Einweg-PET (ohne Pfand) auf Mehrweg-Glas umgestiegen. Ansonsten trinken wir hauptsächlich Apfelschorle (die fertige Apfelschorle zusätzlich mit Medium-Wasser gemixt) und das waren immer die Einweg-PET-Flaschen. Jetzt habe ich die Regalböden im Vorratsschrank so verschoben, dass ein Kasten mit 6 Glasflaschen Apfelsaft reinpasst, das Wasser kommt dann in Zukunft direkt aus der Leitung. "Kranenburger" trinke ich, wenn ich stilles Wasser möchte, eh schon immer, wieso dann nicht auch selbst sprudeln? Wir haben hier eine gute Wasserqualität und die Sprudler gibt es jetzt mit spülmaschinentauglichen (!!) Glasflaschen zu kaufen, es gab also kaum noch ein Argument gegen die Anschaffung. Montag habe ich den Sodastream-Sprudler* und direkt dazu ein Reservepack* (Glasflasche + Kartusche) bestellt. Ich freu mich schon und bin gespannt!

Und wie sieht das sonst so mit der Plastikvermeidung aus?
Stofftaschen habe ich immer ein paar im Kofferraum oder in der Fahrradtasche, so dass ich auf Plastiktüten an der Kasse eigentlich komplett verzichten kann und auch bei spontanen Einkäufen vorbereitet bin. Ich begrüße auch sehr die Selbstverpflichtung des Handels, keine Plastiktüten mehr rauszugeben. Endlich muss man beim Kaufh*f an der Kasse nicht mehr aufpassen, dass die Verkäuferinnen schneller als man gucken kann die Sachen in die Tüte packen. "Nein danke, ich möchte keine Tüte!" - "Sind Sie sicher?" - "Nein, danke, ich habe eine Tasche dabei!" - "Aber..." - "Nein, keine Tüte!!"
Als nächstes möchte ich mir kleine Netzbeutel für die Obst- und Gemüseabteilung im Supermarkt nähen. Plastik fällt hier eh schon genug an (wieso ist alles immer erst in einer Plastikschale eingepackt und dann nochmal in Folie eingeschweißt??), da kann ich jedenfalls bei den losen Sachen drauf verzichten.
Diejenigen, die nicht nähen können/wollen, verweise ich gerne auf Nikes noch relativ neuen Etsy-Shop "make it last", dort verkauft sie unter anderem solche Obst- und Gemüsebeutel!
Jutebeutel bunt
JGA-Beutel! selbstgemalt #1 / bedrucken lassen / selbstbemalt #2

Wie sieht das mit euch und der Müllvermeidung aus? Habt ihr noch andere Ideen, wie man relativ einfach Plastik aus seinem Alltag verbannen kann? Und habe nur ich das Gefühl oder wird das Thema Plastikmüll immer omnipräsenter?

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*Amazon-Partner-Link. Wenn ihr über diesen Link kauft, bekomme ich ein paar Cent gutgeschrieben, ohne dass es für euch auch nur einen Cent mehr kostet. Der Einzelhandel vor Ort freut sich aber auch über euren Besuch :-)

Kommentare:

  1. Ein echt schweres Thema, wie ich finde! Ich trinke ja schon seit Jahren Leitungswasser, der Herzmann lässt sich aber nicht von den Plastikflaschen abbringen. Stofftaschen habe ich auch immer dabei und im Auto, obwohl ich meistens mit Rad und Fahrradtaschen einkaufe. Was ich echt schwer finde ist all der Müll, der sich bei Lebensmitteln so schwer vermeiden lässt. Nudeln, Obst und Gemüse (immer Markt ist auch teuer und unpraktisch, weil bei uns immer nur Donnerstags), es ist ja alles in Plastik. Es gibt hier in Müsnter einen Laden wo man mit eigenen Behältnissen hinkann und wirklich alles bekommt, von Käse über Getreide zu Süßkram. Aber der Preis! Und dann noch am anderen Ende der Stadt.
    Ich schau immer, dass das Plastik nicht ungenutzt verschwindet. Die Verpackung von Klopapierrollen, am schmalen Ende aufgerissen, dient zum Beispiel nochmal als Müllbeutel im kleinen Badmülleimer bevor sie in den Müll wandert. Trotzdem, Plastik ist einfach überall!

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    1. In Sachen loser Ware: der türkisch geführte Lebensmitteleinzelhandel hat da ja auch einiges zu bieten. ;-) Ansonsten will ich jetzt auch endlich so einen Unverpacktladen für Hamburg!

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    2. Ja, ich muss gestehen, dass ich auch nie zum Markt gehe. Samstags starte ich lieber gemütlich zuhause in den Tag, also morgens direkt zum Markt gehen zu müssen. Es gibt zwar noch nen Bauernmarkt, der ist dann Donnerstags von 12 - 17 Uhr geöffnet und liegt auch etwas außerhalb, auch nicht gerade praktisch.
      Ich besorge ja lieber doch alles in einem Abwasch im Supermarkt, nur für den Käse fahre ich zum Käsemann in die Stadt. Da ist es auch tausend mal leckrer, eine super Auswahl.
      Die Idee mit dem türkischen Supermarkt ist gar nicht so verkehrt, bin ich gar nicht drauf gekommen. Soweit ich weiß, haben wir aber nur einen, der liegt am anderen Ende der Stadt. Ok, die ist ja nicht sooo groß, aber da ich momentan fast alles mit dem Fahrrad mache, ist das dann schon ne Ecke zu fahren.
      Wie man es dreht oder wendet, ohne zusätzlichen Aufwand ist es kaum machbar.

      Die Idee, Plastik nochmal zu verwenden, ist gut. Bei mir wandern Plastiktüten auch nie in den Müll sondern ich hebe sie auf und benutze sie dann nochmal, um z.B. nicht perfekt schließende Tupperdosen mit ins Büro zu nehmen, als Beutel für Sportschuhe in der Sporttasche etc. Da werden sie dann auch so lange verwendet, bis sie zerlöchert sind.

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  2. Leitungswasser for the win. Im Büro haben wir vor einer Weile schon von Plastik auf Glasflaschen umgestellt (ist auch gesünder) und ich gehe dazu über, mir Mittags eher was von zuhause mitzubringen, als Zeug in fiesen Verpackungen zum mitnehmen zu holen. Das meiste Gemüse und Obst, das ich kaufe wandert lose aufs Band im Supermarkt (oder edeka Papiertüten). Ich krieg echt die Krise, wenn ich sehe, wie manche Leute Bananen in diese kleinen Plastiktütchen stecken. WTF.
    Und mein guter Vorsatz war ja, immer einen Jutebeutel in der Handtasche zu haben. Läuft gut!

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    1. Im Büro habe ich ja immer "spezielle" Quellen für Getränke, da nehm ich, was gerade verteilt wird (leider zu 99% Plastik). In der Kantine kann man Getränke in Mehrwegflaschen kaufen. Mittagessen ist bei mir auch mehr oder weniger Plastikfrei, weil entweder Reste von zuhause mitgebracht oder aus der Kantine.
      Das meiste versuche ich beim einkaufen auch lose aufs Band zu legen, wobei ich letztens 4 Pfirsiche und 3 Äpfel schon n bisschen lästig zu händeln fand. Zumal man ja auch schauen muss, dass sie dann nicht aus dem Einkaufsbeutel kullern. In dem einen Edeka haben sie jetzt auch Papiertüten (yay), in dem anderen nicht :-/

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  3. Du Engelchen, Du!
    Leitungswasser statt Plastikflaschen reisst ja doch schon an mehreren Fronten so einiges. Ansonsten bin ich hier auch ständig am herumoptimieren. Neuester Coup: konnte den Marktleiter unseres Supermarkts dazu bringen Biomilch in Pfandflaschen in Sortiment aufzunehmen. Kam direkt so gut an, dass er jetzt die doppelte Menge von dem bereithalten muss was er ursprünglich vorgesehen hatte. Nächste Station: Nudeln selber machen. Wir werden sehen ob ich mir daran auf Dauer die Zähne ausbeiße aber einen Versuch muss es wert sein.
    Grüße zu Dir + 1000 Danke nochmal,
    Nike

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    1. Nudeln (immer) selbst machen? Du hättest meinen höchsten Respekt! Das ist so n Aufwand, finde ich.
      In dem einen Edeka gibt es ziemlich viele Produkte von regionalen oder lokalen Erzeugern. Ein Bauernhof hat auch eine eigene Molkerei. Joghurt und Milch aus 5km Entfernung im normalen Supermarkt. Total toll, aber: in Plastik verpackt - richtig dicker Plastikbecher für den Joghurt oder Plastikflasche für die Milch. Ist doch auf doof :-/

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